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Psychische Belastung am Arbeitsplatz – Stress im Büro

Gesundheit-Managen kümmert sich um die ganz konkretenpsychische Belastung am Arbeitsplatz Probleme und Belastungen der Büroangestellten. Dafür gilt es, ein theoretisches Wissen über Belastungen und Anforderungen bei der Büroarbeit zu haben aber natürlich auch ganz konkrete praktische Anliegen individuell herauszufinden. Auf dieser Seite stellen wir daher einige Ergebnisse aus relevanten wissenschaftlichen Studien vor, die sich mit körperlichen und psychischen Belastungen am Arbeitsplatz beschäftigt haben. Allerdings beziehen wir uns bei BGM-Maßnahmen nicht nur auf diese genannten Probleme, denn jeder Betrieb ist anders und es gilt jedes Mal, auf die Bedürfnisse der Angestellten in jedem Unternehmen individuell einzugehen.

 

Grundsätzlich haben alle Büroangestellten psychische und physische Belastungen und Anforderungen.

Die psychische Belastung am Arbeitsplatz im Büro entsteht durch

  • ständige Anpassung und Umstellung (häufig wechselnde Aufgaben)
  • selbstständig, zuverlässig und sorgfältig auszuführende Tätigkeiten
  • konzentriertes Arbeiten (in Mehrpersonen- oder Großraumbüros) unter Zeitdruck und z. T. mit Überstunden (Terminarbeiten)

 

Die physischen Belastungen am Arbeitsplatz entstehen durch

  • meist im Sitzen auszuführende Tätigkeit mit einseitiger Haltung und wenige Haltungswechsel
  • mangelnde Bewegung
  • Bildschirmarbeit
  • weiteren klassischen Bürobelastungen wie Klimaanlage, schlechtes Licht usw.

 

Die meist genannten Belastungen von Büroangestellten sind laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin:

  • verschiedenartige Arbeiten gleichzeitig betreuen (58 %)
  • starker Termin- und Leistungsdruck (52 %)
  • ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge (50 %)
  • Arbeitsunterbrechungen (44 %)
  • sehr schnell arbeiten müssen (39 %)

 

Eine Befragung, die explizit nur bei Büroangestellten durchgeführt wurde, erbrachte ähnliche Ergebnisse in einigen Punkten, insgesamt ist aber eine andere Gewichtung erkennbar. In der folgenden Abbildung sind die meistgenannten Belastungen aufgezählt, die gezielt bei Büroangestellten abgefragt wurden.

psychische Belastung am ArbeitsplatzArbeitsbedingungen, die von mehr als 20 % der Bürofachkräfte als stark belastend wahrgenommen werden (Braun & Müller, 2005, S. 33)

 

In der gängigen Literatur werden verschiedene Stressoren bzw. Belastungen am Arbeitsplatz genannt, welche in verschiedene Kategorien unterteilt werden können. Die nachfolgende Tabelle stellt die möglichen Belastungen zusammen und liefert einen Überblick. Dabei haben wir den Fokus nicht auf die allgemeinen Darstellungen zu Stressoren am Arbeitsplatz gelegt, sondern gezielt auf die Belastungen für Büroangestellte.

 

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz

Angst, Misserfolg, Tadel und negative Folgen eigenen Verhaltens; Arbeitsplatzunsicherheit (befristete Arbeitsverträge); fehlende Anerkennung und Unterstützung; fehlende Entspannung und Erholung; Fremdbestimmtheit; Informationsmangel; Betriebsklima; Konkurrenzdruck; Störungen; Zeit- und Termindruck; unklare, widersprüchliche Aufträge; Unterforderung (Monotonie, zu kleine Arbeitsinhalte); Verantwortungsdruck; hohe Aufmerksamkeit; hohe Leistungsanforderung

Physische Belastungen

Lärm im Raum (durch Gespräche, Telefonate, Geräte); Temperatur (zu hoch, wechselnde Temperaturverhältnisse); Lichtverhältnisse; einseitige Körperhaltung; Bildschirmarbeit und ständiges Sitzen; Luftverhältnisse (trockene, abgestandene oder schlechte Luft)

Soziale Belastung

soziale Konflikte im Umgang mit Vorgesetzten oder Kolleginnen; Selbstwertbedrohungen; Mobbing; hohe soziale Abhängigkeit (Kooperationszwänge); Emotionsarbeit; Umgang mit schwierigen Kundinnen, Klientinnen und Patientinnen; soziale Dichte (Überbelegung), soziale Isolation (Unterbelegung)

Organisatorische Belastung

Eintönige Arbeit; qualitative und quantitative Über- und Unterforderung; Zeitdruck, Überstunden, mangelnde Planbarkeit flexibler Arbeitszeiten; große Intensität: hohe Konzentrationsnotwendigkeiten, geforderte Daueraufmerksamkeit; Rollenstress (uneindeutige Rollenanforderungen, widersprüchliche Anweisungen); zu kleiner Handlungs- und Entscheidungsspielraum; Probleme in der Arbeitsorganisation, z. B. fehlendes Material, unvollständige Informationen, mangelhafte Werkzeuge, häufige Arbeitsunterbrechungen und Störungen; problematisches Führungsverhalten der Vorgesetzten; Gratifikationskrisen; erlebte organisationale Ungerechtigkeit; problematische Informationspolitik; Konflikt zwischen Arbeit und Privatleben; Hoher Zeit- und Termindruck;  Unterbrechungen bei der Arbeit; Gleitzeit

Tabelle ist modifiziert nach Litzcke & Schuh, 2003, S. 11 und Barthold & Schütz, 2010, S. 63

 

Die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz lassen sich nochmals in psychomentale und psychosoziale Belastungsfaktoren unterscheiden. Beispiele für psychomentale Belastungsfaktoren sind: Zeitdruck, hohe Aufmerksamkeit und monotone, sich ständig wiederholende Arbeitsvorgänge. Beispiele für psychosoziale Belastungsfaktoren sind: widersprüchliche Arbeitsanweisungen, soziale Isolation und Ärger mit Vorgesetzten.

 

Quellen

Braun, B. & Müller, R. (2005). Belastungs- und Gesundheitssituation der Berufsgruppe Bürofachkräfte. In Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse, Band 35. St Augustin: Asgard Verlag.

Litzcke, S. & Schuh, H. (2003). Belastungen am Arbeitsplatz. Strategien gegen Stress, Mobbing und Burn Out. Köln: Deutscher Instituts-Verlag.

Barthold, L. & Schütz, A. (2010). Stress im Arbeitskontext. Ursachen, Bewältigung und Prävention. Weinheim und Basel: Beltz Verlag.